Über die Schönheit.

Die Arbeiten beschäftigen sich mit Schönheit und Vielfalt, die uns umgeben und die in Gefahr sind, zugrunde zu gehen durch den Eingriff des Menschen.

Die abgebildeten Objekte gibt es in der Natur nicht, sondern sind frei erfunden und in Anlehnung an die Natur entstanden.

 

 

Das Vermächtnis. Eine Partitur des Abschieds.

Ich habe für meine neuen Arbeiten das Tafelbild gewählt, da es in seiner Schlichtheit zugleich auch eine Klarheit ausdrückt. Es braucht keine komplexe Raumgestaltung, keine Versatzstücke, die sich zu einer Installation reihen, keinen hochkomplexen, erklärenden Text und trotzdem kann es vielfältig und dicht, geheimnisvoll und voller Symbolkraft, politisch und zeitnah sein. Ich nehme für dieses scheinbar altmodische Medium Anleihen aus dem Barock, in dem der Mensch sehr intensiv sein Leben auf das Diesseits ausgerichtet hatte und damit in einer offensichtlichen Fülle, eines erwachenden Reichtums und des neu erfundenen Luxus der Verschwendung einen großen Raum einräumte, die unaufhaltsam bis in die heutige Zeit fortschreitet und mit ihr der Verlust, der Abschied, der Untergang, in einer Dimension, die wir schon nicht mehr beeinflussen können.

Ich versuche, in den Gesichtern meiner Protagonisten, in den Räumen und Szenarien eine Melancholie zu zeigen, in der sich bereits das Vermächtnis dieser Zeit spiegelt und erzähle die Geschichten, die dort ihren Ursprung haben, weiter und verändere sie. Ich wage mich noch einen Schritt in eine mögliche Zukunft, in der die Menschen verschwinden, alles dem Verfall ausgeliefert ist und in der sich die Welt wieder in die Dunkelheit zurückzieht. Um irgendwann, vielleicht, wieder zu kehren. Ohne uns.

 

Plakat und Prospekt für das Tangofestival Innsbruck 2019
“la locura” / Haus der Musik
Acryl auf Leinwand: 140 x 120 cm bzw. 160 x 100 cm

 

 

 

 

"Wandlung" Kunst im Dom

Installation zur Fastenzeit im Dom zu St. Jakob in Innsbruck

Die Installation pendelt zwischen dem profanem Außen und dem sakralen Raum des Innsbrucker Domes und versucht sich der Frage zu nähern, in welchem Seinszustand wir uns gerade befinden. Sind wir im Moment die Hineingeworfenen oder die Herausgeworfenen.

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Nähe und Distanz, dem Wechsel zwischen Innen und Außen, mit Haut, der fragilen, die Nähe ermöglicht und sie wieder in Grenzen weist, sie, die Umhüllende, die als Schutz gegen das Außen nicht immer schützt, sie, die sich immer wieder erneuert, zurückbleibt als Gelebtes beim Wechsel vom Hier nach dem Dort. So stehen die Papierkleider in dieser Installation als Symbol für das Gelebte, Abgesteifte: gezeichnet, unvollkommen und fragil. Die Vorhänge in ihrer ebenso fragilen Durchlässigkeit verzeichnen ein anderes Bild für das Kommen und Gehen, dem Pendeln zwischen dem Innen und Außen, sie als die Grenze oder Hemmschwelle. Wie auch immer.

Verluste - Losses

Ausstellung mit Objekten, Skulpturen und Bildern

In meiner Arbeit “Verluste“ baue ich einen Raum, in dem ich versuche, mit verschiedenen Arbeiten einem Gefühl, einem Bild in mir, einer Aussage näherzukommen. So eine Installation kann immer nur ein Vorschlag sein und ein Angebot. Ich habe versucht, mit meinen Arbeiten eine Bildsprache zu finden, die dem Verlieren, dem Verlust ähnelt.

Ich konzentriere mich in dieser Arbeit auf den Schmetterling. Schmetterlinge faszinieren die Menschen. Die Griechen sahen in ihm das Sinnbild und die Verkörperung einer Seele. Damit wurde der Schmetterling auch zum Sinnbild der Unsterblichkeit und der Transformation der Seele. Heute wird er mehr für unterschiedlich kitschige Dekovariationen missbraucht. So verliert er seine wahre Identität und Bedeutung und hat nichts mehr zu tun mit dem Tier, das heute vom Aussterben bedroht ist oder millionenfach in seinem noch verpuppten Dasein zur Seidenherstellung getötet wird. So ist er in meiner Arbeit Platzhalter für jedes andere Tier.

In meiner Installation herrschen die Farben Schwarz, Rot und Weiß vor. Ich habe dem Schmetterling die Farbe genommen und ihn in Kleider aus Seidenpapier und Beton eingearbeitet und in Webstücke aus Wolle eingenäht. Sie scheinen zu versuchen zu fliehen. Aber vielleicht graben sie sich auch wie Tattoos in uns ein. Oder auch wie Glasscherben in unser Fleisch. Betonscherben waren einmal Gesichter. Man kann es erahnen. Ein einziges Bild ist bunt, kitschig und romantisch, wenn die Schmetterlinge in einen Wald flattern, frühlingshaft zart. Er entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als Attrappe.

 

Skulptur

 

 

Minu Ghedina - Künstlerin aus Innsbruck, Österreich   |   Malerei · Skulptur · Objekt · Installation